|
Geschichte des Taiji
Symbolik des Taiji
Traditioneller Yang-Stil
Taiji-Formen
Taiji-Unterricht
|
Die Ursprungsgeschichte des Taijiquan ist unbekannt. Es lässt sich
weder eine genaue Gründungszeit, noch ein Gründer mit Sicherheit
bestimmen. Verbürgt ist jedoch die Beeinflussung durch
Vorläufersysteme, die bis zur Zeit des Gelben Kaisers (2697-2597
v.u.Z) zurückreichen.
Bei den unsicheren politischen Verhältnissen im alten China, in denen
das Recht des Stärkeren harte Realität war, gaben Meister ihre
Techniken und Übungen nur an wenige vertrauenswürdige Schüler weiter,
und legten selten etwas schriftlich nieder. So beruht unser Wissen
um die Anfänge des Taijiquan auf Legenden und wenigen überlieferten
Schriften.

Kalligraphie Taijiquan
Da Taijiquan seinem Aufbau und seinen Grundprinzipien
nach am daoistischen Gedankengut ausgerichtet ist, können wir seinen
Ursprung mit dem Weisheits- und Orakelbuch Yijing und mit den
Qigong-Übungen daoistischer Individualisten verbinden. So sind die
Anfänge des Taijiquan mit Legenden über mythologische Herrscher,
Schamanen, Einsiedler, Mönche, Holzfäller, Bauern und streitbaren
Nonnen verknüpft.
Die Yang-Schule führt Taijiquan auf den Daoisten Zhang San Feng zurück,
der durch die Beobachtung eines Vogels mit einer Schlange den ‚weichen’
Kampfstil erfunden haben soll. Zhang San Feng soll am Ende der Sung-Dynastie
(960-1279) im Wudang-Gebirge gelebt haben.
Es gibt zur Zeit an die zwanzig Stile des Taijiquan, die zum Teil eine
lange Tradition haben. Die bekanntesten sind der Chen-Stil, Yang-Stil,
Wu-Stil und Sun-Stil. Taiji war anfangs nur in einigen Provinzen
Chinas bekannt. Erst mit der Yang-Familie erlangte Taijiquan Anfang
des neunzehnten Jahrhunderts Popularität in ganz China.
Yang Lu Chan (1799-1872), der Gründer des nach ihm benannten
Yang-Stils, wurde nie in einem Kampf besiegt; und erhielt deshalb
den Namen ‚Yang’ - der Unüberwindbare. Yang Lu Chan lernte bei der
Chen-Familie und beschäftigte sich eingehend mit dem philosophischen
Hintergrund des Taijiquan. Später beanspruchte er, es wieder an
seiner ursprünglichen Form ausgerichtet zu haben. Seine ersten
Schüler waren Angehörige der oberen Gesellschaftsschicht, Künstler
und Intellektuelle.
Auf Einladung der kaiserlichen Familie ging er nach Peking, um Taiji
zu unterrichten. Yang Lu Chan gab sein Wissen an seine Söhne weiter.
Seine Söhne Yang Ban Hou (1837-1892) und Yang Jian Hou (1839-1917)
wurden bekannte Meister. Nach Yang Lu Chans Tod variierten beide den
Stil ihres Vaters. Der jüngere Sohn von Yang Jian Hou, Yang Cheng Fu
(1883-1936, 3.Generation), beeinflusste das Taiji der heutigen Zeit
wie kaum ein anderer, und machte den Yangstil in den zwanziger und
dreißiger Jahren in ganz China bekannt.
Meister Yang Zhen He ist anerkannter Nachfolger in der 5.Generation,
und Hauptvertreter des traditionellen Yang-Stils am Ursprungsort
Yongnian. Er trainiert seit über 35 Jahren Taiji. Großmeister Yang
Zhen Duo (Hauptvertreter der 4. Generation) war einer seiner Lehrer.
Bis in die sechziger Jahre wurden nur sehr wenige Nicht-Chinesen in
die Kunst des Taijiquan eingeführt. Heute geht die Zahl der
Taiji-Übenden in der westlichen Welt bereits in die Tausende.
|