Symbolik

 

Geschichte des Taiji

Symbolik des Taiji

Traditioneller Yang-Stil

Taiji-Formen

Taiji-Unterricht


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Taijiquan


Im Weltbild der Chinesen symbolisierte das Viereck der Erde den Yin-Aspekt, während der Himmel als gewölbte Schale darüber den Kreis des Himmels, das Yang-Prinzip repräsentierte. Die Rundung des Yang symbolisiert Bewegung, Dynamik; das Viereckige steht für das Ruhende, Passive, Yin.
Damit der Himmel nicht die Erde erdrückte, wurde er wie eine Nomaden-Jurte am Rand und in der Mitte von Balken gestützt. Der Balken der Mitte hieß Taiji ‚der große Balken’. Er reichte tief in die Erde hinab, und berührte am nördlichen Polarstern den Himmel.
Wie dieser Balken sollte der Mensch sein oder werden: Mit den Füßen auf der Erde und mit dem Kopf in den Wolken. Erde ist auch ein Symbol für Materie, und Himmel bedeutet auch Geist. Die Lebensaufgabe des Menschen besteht also wesentlich darin, Mitte und Verbindung zwischen Materie und Geist zu sein oder zu werden.


Die Symbolik des DAO – Yin-Yang – ist ein einfacher Schlüssel mit unerschöpflichem Tiefsinn. Der ursprünglich leere Kreis (Wu-ji) ist das paradoxe Symbol für das neutrale Absolute, aus dem alles entsteht und in das alles wieder eingeht.
Das Taiji-Symbol ist Ausdruck der polaren Yin-Yang-Schöpferkraft des Dao. Das Wesentliche des Yin-Yang-Symbols ist die ursprünglich harmonische Einheit jeglicher Schöpfung. Das Wirken des Dao bringt durch das Zusammenspiel von Yin und Yang spontan und fortwährend die Schöpfung hervor. In diesem daoistischen Ursymbol befindet sich je ein Punkt in den beiden embryonalen Feldern, ein schwarzer im weißen und ein weißer im schwarzen. Dies bedeutet, dass es kein Sein gibt, das nicht den Keim seines polaren Gegenteils in sich trägt. Yin und Yang sind voneinander abhängig, und keines kann allein in sich selbst vollständig sein.
Das Yin-Yang symbolisiert die Polaritäten in der Natur, die allen Dingen und Wesen innewohnen. Zwischen ihnen besteht eine immerwährende gegenseitige Wechselwirkung. Es symbolisiert die zwei großen Hauptkräfte des Universums, die dunkle und lichte, die negative und positive, die weiblich-männliche, usw., die in vollkommener Balance schwingen sollten. Yin ist im eigentlichen Sinn die Schattenseite eines Berges, und Yang die Sonnenseite. Am Gipfelpunkt sind beide vereint. Übersetzt bedeutet dies einen Zustand körperlich-seelisch-geistiger Harmonie.


Taijiquan - in der früher üblichen Wade-Giles Umschrift chinesischer Zeichen: t’ai-chi ch’uan - setzt sich aus Tai Ji - Das Höchste, Letzte - und Quan – Faust - zusammen, und bezeichnet einen fließenden Ablauf von Bewegungsfolgen. Zu den unterschiedlichen Handformen gibt es auch mehrere Waffenformen – wie Schwert, Fächer, Stock, Säbel, und Hellebarde.
Alle Taiji-Formen erfassen den ganzen Körper und werden aus dem Körper-Schwerpunkt im Unterbauch gesteuert. Durch die Taijiquan-Praxis werden die inneren Körperorgane massiert, der Blutkreislauf gefördert, und das Qi angeregt, durch die Meridiane zu zirkulieren. Die Sehnen werden auf sanfte Weise gedehnt, Knochen und Gelenke gestärkt. Dies alles macht den Körper insgesamt ‚weicher’ und elastisch, und wirkt daher verjüngend.
Mit zunehmender Energie dringt der Übende mit größerer Geistesklarheit tiefer in die Formen des Taijiquan ein. Je nach Intensität richtigen Übens hebt sich durch die spontane Bewegungseinheit von Geist und Körper das beschränkte Ego-Bewusstsein auf, und Wu Wei – das Prinzip nichts zu tun, das den natürlichen Lauf des Dao stört – offenbart sich.


Durch das ausgeglichene Wechselspiel der beiden Urkräfte Yin und Yang entsteht Zentriertheit, Gleichgewicht und Wohlbefinden - Voraussetzung für eine ganzheitlich gute Gesundheit und einen natürlich-harmonischen Lebenswandel. Taiji beinhaltet Konzentration, Meditation und Entspannung zugleich. Es harmonisiert, stärkt und erweitert das Bewusstsein. Taiji ist ein spiritueller Weg, der die Kultivierung und Erleuchtung von Körper und Geist gleichermaßen pflegt. Da der Geist durch den Körper mitbewegt und harmonisiert wird, folgen beide dem natürlichen Weg des Dao.


Regelmäßig Taiji zu üben führt dazu, auch im Alltag stets die Polarität und den steten Wandel im Leben bewusst erkennen zu lernen, beides zu akzeptieren, und Handeln oder Nichthandeln danach abzustimmen, um sich so der Erfahrung des Taiji - der allumfassenden Einheit des Seins – anzunähern, und gegebenenfalls in dieser ‚Unsterblichkeit’ aufzugehen.